Private Krankenversicherung (PKV)

Krankenvollversicherung

Private Krankenvoll­versicherung (PKV) – Definition und Abgrenzung zur GKV:

Die private Krankenvollversicherung (PKV) ist eine vollständige Krankenversicherung bei einem privaten Versicherer, die sämtliche medizinischen Kosten (Arztbesuche, Krankenhaus, Medikamente etc.) nach vertraglichen Vereinbarungen erstattet. Sie stellt eine Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) dar. Im Unterschied zur GKV, bei der die Beiträge einkommensabhängig sind und der Leistungsumfang gesetzlich festgelegt wird, basiert die PKV auf individuellen Tarifen: Beitragshöhe und Leistungen hängen vom gewählten Tarif, dem Eintrittsalter, Gesundheitszustand sowie vom gewünschten Versicherungsschutz ab. Das Einkommen spielt für die PKV-Beiträge keine Rolle, sodass nicht das Gehalt, sondern persönliche Merkmale (Alter, Gesundheitsprüfung etc.) die Kosten bestimmen. Dadurch können junge, gesunde Versicherte häufig zunächst günstigere monatliche Kosten haben als in der GKV. Gleichzeitig sind die vereinbarten Leistungen in der PKV vertraglich garantiert und können – anders als bei gesetzlich Versicherten – nicht einseitig gekürzt werden. Kurz: Die private Krankenversicherung ermöglicht eine individuell angepasste Absicherung im Krankheitsfall, mit tendenziell umfangreicheren Leistungen, aber auch einer eigenverantwortlichen Beitragsentwicklung im Laufe des Lebens.

Zielgruppen: Für wen lohnt sich die private Krankenversicherung?

Die PKV richtet sich an bestimmte Personengruppen, die entweder von der Versicherungspflicht in der GKV befreit sind oder sich befreien lassen können. Angestellte (Arbeitnehmer) dürfen von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln, wenn ihr Bruttoeinkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt. Diese Jahresarbeitsentgeltgrenze beträgt 77.400 Euro brutto pro Jahr (Stand 2026) (entspricht 6.450 € monatlich). Das heißt, Arbeitnehmer, die diesen Schwellenwert im aktuellen und vergangenen Jahr überschreiten, gelten als versicherungsfrei in der GKV und können eine PKV abschließen (Wechsel von der gesetzlichen Krankenkasse in die private).

Selbstständige und Freiberufler können unabhängig vom Einkommen privat versichert werden – für sie besteht keine Versicherungspflichtgrenze. Beamte und Beamtenanwärter profitieren ebenfalls besonders von der PKV: Der Dienstherr gewährt meist Beihilfe von ~50–80% der Krankheitskosten, sodass sich Beamte oft nur den restlichen Teil der Kosten privat versichern müssen. Dadurch sind deren PKV-Beiträge in der Regel deutlich geringer als die GKV-Beiträge, weshalb gerade Beamte meist von der PKV profitieren.

Auch Gutverdiener ohne Familienverpflichtungen (z. B. junge, ledige Angestellte oberhalb der Einkommensgrenze) ziehen Vorteile aus der PKV: Sie erhalten eine umfangreichere Absicherung und zahlen – dank ihres hohen Einkommens – in der PKV oft niedrigere Beiträge als den GKV-Höchstbeitrag. Für junge, gesunde Selbstständige kann die PKV finanziell attraktiv sein, da sie Tarife flexibel nach Bedarf wählen können.

Weniger vorteilhaft ist die PKV allerdings für Familien mit mehreren Angehörigen sowie ältere Versicherte oder Angestellte mit schwankendem Einkommen. Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es keine beitragsfreie Familienmitversicherung – in der PKV zahlt jede Person eine eigene Prämie, was für Familien mit Kindern gut durchdacht sein sollte. Zudem bedeutet ein Wechsel in die PKV eine langfristige Entscheidung: Ab 55 Jahren ist eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung praktisch ausgeschlossen. Wer also im Alter feststellt, dass die PKV-Beiträge zu einer finanziellen Belastung werden, hat fast keine Möglichkeiten, zurück in die gesetzliche Kasse zu wechseln. Hier lohnt sich dann ein Blick aus die weiteren Angebotenen Tarife der Gesellschaften oder gar den Standard- oder Basistarif.

Versicherungs­schutz und Leistungen der privaten Kranken­versicherung:

Die private Krankenversicherung bietet ihren Versicherten umfassenden Versicherungsschutz mit vielen Leistungen, die über den GKV-Standard hinausgehen. Je nach gewähltem Tarif (Leistungsumfang) können dazu z. B. gehören:

  • Freie Arzt- und Krankenhauswahl: Behandlung durch Privatärzte oder Chefärzte und Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus sind möglich. In der GKV hingegen erfolgt stationäre Behandlung meist im Mehrbettzimmer durch den diensthabenden Arzt.
  • Schnellerer Zugang zu Fachärzten: Privat Versicherte können oft schnellere Facharzttermine erhalten und profitieren von kürzeren Wartezeiten.
  • Hochwertige Zahnversorgung: Zahnbehandlungen und Zahnersatz werden im PKV-Tarif häufig zu 80–100 % erstattet (inkl. teurem Zahnersatz), statt nur als Festzuschuss wie in der GKV.
  • Erweiterte Leistungen: Viele PKV-Tarife übernehmen Heilpraktiker-Behandlungen oder alternative Heilmethoden, Brillen/Sehhilfen (oft im Rahmen bestimmter Budgets) sowie Psychotherapie – teils über das Maß der GKV hinaus. Manche Tarife schließen auch Auslandskrankenschutz weltweit ein, sodass im Ausland entstehende Behandlungskosten übernommen werden.
  • Krankentagegeld (als optionaler Baustein): Auf Wunsch kann ein tägliches Krankentagegeld vereinbart werden. Dieses greift nach Ablauf der Lohnfortzahlung des Arbeitgebers und sichert bei längerem Krankheitsausfall die Einkünfte ab, indem es pro Krankheitstag einen vereinbarten Betrag zahlt.

All diese Leistungen der privaten Krankenversicherungen sind vertraglich garantiert. Das bedeutet, im Gegensatz zur GKV, in der Leistungen per Gesundheitsreform veränderbar sind, kann eine private Krankenversicherung den abgesicherten Leistungsumfang später nicht einseitig reduzieren. Damit genießen Versicherte Planungssicherheit in Bezug auf ihre Absicherung.

Krankenzusatzversicherung

Beiträge und Kosten: Wie entsteht die Beitragshöhe in der PKV?

Die Beiträge der privaten Krankenversicherung werden für jeden Versicherten individuell kalkuliert. Wesentliche Faktoren für die Höhe der Beiträge in der PKV sind: Eintrittsalter, Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss (inkl. Vorerkrankungen), der gewählte Tarif (Umfang der Leistungen, etwa mit oder ohne Selbstbeteiligung) sowie ggf. Berufsgruppe (z. B. bei Beamten reduziert durch Beihilfe). Bei Antragstellung erfolgt in der Regel eine Gesundheitsprüfung, bei der der Versicherer den Gesundheitszustand und Vorerkrankungen abfragt. Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder in schweren Fällen sogar zur Ablehnung des Antrags führen. Generell gilt: Je jünger und gesünder man beim Eintritt ist, desto niedriger fallen die anfänglichen PKV-Beiträge aus, weil mit einem geringen Risiko gestartet wird.

Krankenvollversicherung

PKV im Alter:

Private Krankenversicherer sind verpflichtet, Alterungsrückstellungen zu bilden – ein Teil der Beiträge wird angespart, um im Alter steigende Gesundheitskosten abzufedern. Trotz dieser Rückstellungen können Beitragserhöhungen im Laufe der Zeit auftreten: PKV-Beiträge werden angepasst, wenn die Gesundheitskosten der Versichertengemeinschaft stärker steigen als kalkuliert. Stand 2026 verzeichneten viele Tarife der PKV aufgrund gestiegener Kosten eine überdurchschnittliche Beitragserhöhung von etwa +9–18 % – ein Hinweis darauf, dass langfristig mit steigenden Ausgaben zu rechnen ist.

Im Alter können die Kosten einer privaten Krankenversicherung daher höher ausfallen als in jungen Jahren, insbesondere wenn das Bruttoeinkommen im Ruhestand sinkt (Beiträge zur privaten Krankenversicherung sind unabhängig vom Ruhestandseinkommen). Allerdings wirken die angesparten Rückstellungen dämpfend und es gibt Tarife mit Beitragsentlastungsoptionen im Alter, um die Kosten im Alter zu begrenzen. Zudem existieren Sozialtarife wie der Basistarif (Beitragsbegrenzung auf GKV-Höchstbeitrag) oder Standardtarif für langjährig Versicherte, falls die Belastung zu groß wird. Dennoch sollten PKV-Versicherte frühzeitig vorsorgen, damit sie auch im Alter die Beiträge tragen können – denn Kosten sparen lässt sich in der PKV vor allem durch rechtzeitige Weichenstellungen (z. B. durch gezielte Vorsorge für den Ruhestand).

Chancen und Risiken der PKV (Vorteile und Nachteile):

Eine private Krankenversicherung abzuschließen bietet verschiedene Chancen – aber auch Herausforderungen, die man kennen sollte:

  • Höherwertige Versorgung & selbst bestimmte Leistungen (Vorteile): Die PKV ermöglicht erstklassige medizinische Versorgung (freie Arzt- und Klinikwahl, komfortablere Unterbringung), schnellere Termine und zusätzliche Leistungen, die über den Basisschutz der GKV hinausgehen. Versicherte können ihren Versicherungsschutz individuell gestalten und Tarife wählen, die optimal zu ihren Bedürfnissen passen. Über die Jahre bleibt der vereinbarte Leistungsumfang garantiert. Für Gutverdiener kann die PKV zudem finanziell attraktiv sein, da ihre Beiträge nicht mit steigendem Einkommen wachsen.
  • Keine Familienversicherung & steigende Beiträge im Alter (Nachteile): In der PKV muss jede Person separat versichert werden, wodurch Familien höhere Gesamtkosten haben – Kinder und nicht arbeitende Partner sind nicht kostenlos mitversichert (anders als iaktuell noch n der GKV). Außerdem entwickeln sich Beiträge der PKV langfristig tendenziell steigend: Mit dem Älterwerden und generell steigenden Gesundheitskosten kommt es zu Beitragserhöhungen. Insbesondere im Alter sind höhere Kosten möglich, während die Rückkehr in die GKV jenseits der 55 kaum realisierbar ist. Man sollte sich daher bewusst sein, dass die Entscheidung für die PKV eine dauerhafte Verpflichtung ist, die gut geplant sein will. Bei Einkommensrückgängen (z. B. durch Reduzierung der Arbeitszeit) muss man ebenfalls bedenken, dass man ggf. wieder versicherungspflichtig wird und in die GKV zurück wechseln müsste (was, abhängig vom Alter, nicht immer uneingeschränkt möglich ist).

Meine Rolle als Versicherungsmaklerin beim PKV-Vergleich und -Wechsel:

Die Auswahl einer passenden privaten Krankenversicherung ist anspruchsvoll, da es zahlreiche private Krankenversicherer mit unterschiedlichen Tarifen und Leistungsinhalten gibt. Dabei unterstütze ich dich als unabhängige Versicherungsmaklerin, indem ich die Tarife verschiedener Versicherungen gegenüberstelle und dir eine fundierte Entscheidungsgrundlage für einen bedarfsgerechten Versicherungsschutz gebe.

Auch beim Wechsel von der gesetzlichen Krankenversicherung in die PKV begleite ich dich umfassend und achte darauf, dass alle Chancen und Risiken sorgfältig abgewogen werden. In meiner Beratung berücksichtige ich nicht nur mögliche Vorteile, sondern auch entscheidende Faktoren wie Beitragsentwicklung, Leistungsumfang sowie Regelungen zur privaten Krankenversicherung im Alter. Durch meine Marktkenntnis kann ich Unterschiede zwischen den Tarifen – beispielsweise bei der Beitragsstabilität oder bei Leistungsdetails – transparent für dich einordnen. Auch im Rahmen des Abschlusses einer privaten Krankenvollversicherung unterstütze ich dich bei der Gesundheitsprüfung und den Gesundheitsfragen. Auf Wunsch führe ich anonymisierte Risikovoranfragen bei verschiedenen Versicherern durch, sodass du vorab eine fundierte Einschätzung zur Annahme und möglichen Zuschlägen erhältst, ohne bereits einen verbindlichen Antrag stellen zu müssen.

Auch nach dem Abschluss stehe ich dir als Ansprechpartnerin weiterhin zur Seite. Ich begleite dich bei möglichen Tarifwechseln innerhalb der privaten Krankenversicherung und schätze ein, ob Anpassungen zur Optimierung von Leistungen oder Beiträgen sinnvoll sind. Mein Ziel ist es, dich dauerhaft dabei zu unterstützen, eine Absicherung zu haben, die optimal zu deiner persönlichen und beruflichen Situation passt.

Fragen und Antworten

Nein. Der Wechsel in die private Krankenversicherung ist gesetzlich geregelt und nur bestimmten Personengruppen erlaubt. Dazu zählen unter anderem Selbstständige, Beamte sowie Angestellte mit einem Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze.

Genau deshalb beginnt meine Beratung immer mit der Prüfung, ob ein Wechsel überhaupt möglich und sinnvoll ist – bevor wir über Tarife oder Beiträge sprechen.

In der privaten Krankenversicherung richtet sich der Beitrag nicht nach dem Einkommen, sondern unter anderem nach dem Gesundheitszustand bei Vertragsbeginn.

Unvollständige oder unklare Angaben können später zu Problemen führen – etwa zu Leistungsausschlüssen oder Nachfragen des Versicherers. Deshalb erfassen wir Gesundheitsthemen bei mir strukturiert, dokumentiert und mit digitalen Unterstützungstools, damit nichts vergessen wird.

Vorerkrankungen schließen eine private Krankenversicherung nicht automatisch aus.

Entscheidend ist, wie alt, wie stabil und wie relevant eine Erkrankung ist. Mithilfe einer anonymen Risikovoranfrage prüfe ich im Vorfeld, welcher Versicherer dich zu welchen Bedingungen versichern würde – ohne Risiko für dich.

Eine anonyme Risikovoranfrage bedeutet, dass deine Gesundheitsdaten ohne Namen an Versicherer weitergegeben werden.
So lässt sich vorab klären, ob eine Annahme:

• ohne Einschränkungen,
• mit Risikozuschlag,
• oder mit Leistungsausschlüssen erfolgt.

Dieser Schritt schützt dich davor, durch vorschnelle Anträge spätere Nachteile zu haben.

Ein Tarifvergleich macht nur dann Sinn, wenn klar ist, welche Versicherer dich tatsächlich annehmen. Beiträge und Leistungen nützen wenig, wenn sie für dich gesundheitlich gar nicht verfügbar sind.

Deshalb ist der Tarifvergleich bei mir das Ergebnis einer fundierten Vorprüfung – nicht der Startpunkt.

Nein – und genau hier ist Ehrlichkeit wichtig.

Die PKV kann gerade für junge, gesunde Personen mit stabilem Einkommen attraktiv sein, sie ist aber nicht pauschal günstiger.
Entscheidend sind langfristige Aspekte wie Beitragsentwicklung, Leistungsauswahl und persönliche Lebensplanung.

Ein Jobwechsel, Teilzeit, Elternzeit oder Selbstständigkeit können Auswirkungen auf die Krankenversicherung haben.

Teil meiner Beratung ist es daher, nicht nur den Ist‑Zustand zu betrachten, sondern auch mögliche Entwicklungen. Ziel ist ein Tarif, der anpassbar und zukunftsfähig bleibt.

Ja – aber das ist einfacher, als viele denken. In der PKV erhältst du Rechnungen, die du bei deinem Versicherer einreichst. Mithilfe moderner Apps und digitaler Prozesse geht das heute schnell und unkompliziert.

Gerne erkläre ich dir genau, wie das funktioniert und worauf du achten solltest.

Sobald der private Versicherer den Antrag angenommen hat, erhältst du eine Versicherungsbestätigung.

Erst dann wird die gesetzliche Krankenkasse gekündigt. Ich begleite dich bei allen formalen Schritten, damit Fristen eingehalten werden und der Übergang sauber erfolgt.

Die private Krankenversicherung ist eine langfristige Entscheidung – Fehler zeigen sich oft erst Jahre später.

Mit über 20 Jahren Erfahrung in der PKV‑Beratung weiß ich, worauf es ankommt: saubere Vorbereitung, realistische Einschätzung und transparente Empfehlungen. So entsteht Sicherheit – nicht nur beim Abschluss, sondern über viele Jahre hinweg.

Dann lass uns sprechen.
Ich beantworte deine Fragen ehrlich, verständlich und ohne Verkaufsdruck – telefonisch, online oder persönlich.

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