Risikolebens­versicherung

Dein Schutz für den Ernstfall

Was passiert mit deinen Liebsten, wenn du morgen nicht mehr da bist? Mit einer Risikolebensversicherung (RLV) sorgst du finanziell vor, damit deine Familie im Todesfall nicht zusätzlich in finanzielle Schwierigkeiten gerät. In über 20 Jahren als Versicherungsmaklerin begegnet mir dieses Thema fast täglich, bei jungen Familien, bei Paaren, die gerade eine Immobilie finanzieren und bei Selbstständigen, deren Unternehmen von ihrer eigenen Arbeitskraft abhängt. Hier erfährst du, für wen sich eine Risikolebensversicherung lohnt, wie sie funktioniert, worauf du beim Vertrag achten solltest und welche Kosten auf dich zukommen können.

Risikolebensversicherung

Was ist eine Risikolebens­versicherung?

Die Risikolebensversicherung ist eine reine Risikoversicherung ohne Sparanteil. Du zahlst Beiträge ausschließlich für den Versicherungsschutz im Todesfall, ohne Vermögensaufbau. Stirbt die versicherte Person während der Vertragslaufzeit, erhalten die Bezugsberechtigten die vereinbarte Versicherungssumme als Einmalzahlung. Tritt kein Todesfall ein, erfolgt keine Auszahlung. Genau dadurch gehört die RLV zu den günstigeren Formen der Lebensversicherung: Sie sichert den Ernstfall ab, ohne dass du für einen Sparanteil mitzahlst.

Wie funktioniert eine Risikolebens­versicherung?

Zu Vertragsbeginn legst du die Versicherungssumme fest, also den Betrag, der im Todesfall ausgezahlt werden soll, sowie eine oder mehrere Bezugsberechtigte, also die Personen, die das Geld erhalten sollen. Während der Laufzeit zahlst du regelmäßig deinen Beitrag. Stirbt die versicherte Person innerhalb der Laufzeit, wird die vereinbarte Summe in der Regel zügig als Einmalzahlung an die Hinterbliebenen ausgezahlt und kann laufende finanzielle Verpflichtungen oder den Wegfall des Einkommens abfedern.

Laufzeit und Höhe der Versicherungssumme bestimmst du selbst, passend zu deiner Lebenssituation. Dadurch lässt sich der Schutz genau zuschneiden: sei es, um eine bestimmte Darlehenssumme abzusichern, oder um die finanzielle Absicherung deiner Familie langfristig sicherzustellen.

Für wen ist diese Versicherung sinnvoll?

Grundsätzlich hilft die Versicherung jedem, der finanzielle Verbindlichkeiten hat oder Angehörige versorgen möchte. Hier einige typische Situationen aus der Beratungspraxis:

Junge Familien mit Kindern

Trägt ein oder tragen beide Partner mit ihrem Einkommen zum Familienunterhalt bei, sollte im Todesfall des Hauptverdieners die Familie weiterhin finanziell abgesichert sein, also für laufende Kosten, die Ausbildung der Kinder und den gewohnten Lebensstandard. Mit Geburt oder Adoption eines Kindes steigt der Absicherungsbedarf spürbar.

Haus- und Immobilienbesitzer mit Kredit

Wer eine Immobilie finanziert, trägt oft hohe monatliche Raten für Zins und Tilgung. Verstirbt der Kreditnehmer, steht die Familie sonst mit der Restschuld allein da. Eine RLV kann die Restschuld abdecken, sodass die Raten weiterhin bedient werden können und das Zuhause erhalten bleibt.

Ehepaare

Verheiratete Paare können zwei separate Verträge oder eine verbundene Risikolebensversicherung abschließen. Eine verbundene Police versichert beide Partner in einem Vertrag und zahlt die vereinbarte Summe einmal aus, wenn einer der beiden stirbt. Sie ist meist etwas günstiger als zwei einzelne Verträge, birgt aber das Risiko, dass beim Tod beider Partner nur eine Auszahlung erfolgt. Deshalb kann es sinnvoller sein, zwei eigene Verträge abzuschließen, damit im schlimmsten Fall beide Partner ausreichend abgesichert sind.

Unverheiratete Paare

Auch Paare ohne Trauschein können sich gegenseitig absichern. Meist empfiehlt sich hier allerdings kein gemeinsamer Vertrag, sondern zwei separate Policen über Kreuz (jeder ist Versicherungsnehmer und gleichzeitig die versicherte Person im Vertrag des anderen). Der Hintergrund: Ohne Trauschein greift bei einer direkten Begünstigung im gemeinsamen Vertrag nur ein Erbschaftsteuer-Freibetrag von 20.000 Euro, was im Ernstfall zu einer spürbaren Steuerlast führen kann. Bei der Über-Kreuz-Lösung ist jeder Partner in seinem eigenen Vertrag sowohl Versicherungsnehmer als auch Bezugsberechtigter. Die Auszahlung gilt dadurch nicht als Erbschaft, sondern als eigener Vertragsanspruch, und bleibt in aller Regel unabhängig von der Höhe steuerfrei.

Hinweis: Für die steuerliche Einordnung im Einzelfall empfiehlt sich zusätzlich ein Gespräch mit deinem Steuerberater. Diese Seite ersetzt keine Steuerberatung.

Selbstständige und Hauptverdiener

Ist dein Einkommen die tragende Säule deiner Familie oder hängt ein Unternehmen von deiner Arbeitskraft ab, sollten Angehörige oder Geschäftspartner vor den finanziellen Folgen deines Ausfalls geschützt sein. Wie eine Risikolebensversicherung mit deiner unternehmerischen Situation zusammenspielt und was zusätzlich sinnvoll sein kann, etwa eine Berufsunfähigkeitsversicherung, liest du im nächsten Abschnitt.

Risikolebens­versicherung für Selbstständige und Unternehmer

Bei Selbstständigen, Freiberuflern und Unternehmern hat die Risikolebensversicherung oft eine doppelte Funktion: Sie schützt nicht nur die eigene Familie, sondern auch den Betrieb. Typische Anlässe aus der Praxis:

Betriebskredite und Bürgschaften: Hast du für ein Firmendarlehen persönlich gebürgt oder haftest privat, kann eine RLV die Restschuld absichern, damit Bank und Erben nicht auf den Nachlass zugreifen müssen.

Gesellschafterverträge: Bei mehreren Gesellschaftern regelt eine Risikolebensversicherung häufig die Auszahlung an die Erben, während die verbleibenden Gesellschafter mit dem Geld die Anteile übernehmen können, statt den Betrieb notgedrungen zu verkaufen.

Schlüsselpersonen (Keyman-Absicherung): Hängt der Unternehmenserfolg maßgeblich von einer Person ab, oft dir selbst, kann eine auf das Unternehmen laufende Risikolebensversicherung finanzielle Engpässe überbrücken, bis eine Nachfolge organisiert ist.

Diese Konstellationen sind vertraglich und steuerlich anspruchsvoller als eine private Absicherung und sollten individuell durchgerechnet werden. Häufig ergänzen sich Gewerbeversicherung und Risikolebensversicherung hier gegenseitig, sprich mich gerne an, wenn du das für deinen Betrieb einordnen möchtest.

Wie wählt man die richtige Versicherungs­summe und Laufzeit?

Versicherungssumme und Laufzeit hängen von deiner individuellen Situation ab. Als grobe Orientierung gilt: Die Deckungssumme sollte alle finanziellen Verpflichtungen abdecken und deiner Familie erlauben, einige Jahre ohne dein Einkommen auszukommen. Das ist ein Ausgangspunkt für das Gespräch, kein Ersatz für eine individuelle Bedarfsermittlung.

Schulden und Kredite berücksichtigen

Addiere bestehende Kredite, etwa Immobilien- oder Konsumkredite. Die jeweilige Restschuld sollte durch die Versicherungssumme gedeckt sein, damit Zuhause und andere Vermögenswerte erhalten bleiben.

Unterhalt und laufende Kosten kalkulieren

Errechne die monatlichen Ausgaben deiner Hinterbliebenen, etwa Miete oder Hauskredit, Lebensmittel und Versicherungen. Überlege, wie lange diese gedeckt sein sollen, etwa bis die Kinder finanziell auf eigenen Füßen stehen.

Zukunftspläne einbeziehen

Denke an die Ausbildung der Kinder, den Lebensunterhalt deines Partners und weitere langfristige Verpflichtungen, etwa die Pflege von Angehörigen.

Individuelle Risikofaktoren berücksichtigen

Ein gefährlicher Beruf, riskante Hobbys oder gesundheitliche Einschränkungen können höhere Summen sinnvoll machen. Bei sehr hohen Summen verlangen Versicherer teils zusätzliche Gesundheitsnachweise.

Konstante oder fallende Versicherungs­summe

Bei der konstanten Summe bleibt die Deckung über die gesamte Laufzeit gleich hoch. Das wählen viele Familien, um den Schutz im Wert stabil zu halten. Die fallende Summe sinkt mit der Zeit, etwa parallel zur Tilgung eines Kredits, und eignet sich daher gut zur reinen Kreditabsicherung. Fallende Summen sind meist günstiger, weil das Risiko für den Versicherer über die Zeit abnimmt. Willst du vor allem einen Kredit absichern, kann eine fallende Summe reichen; willst du deine Familie umfassender schützen, ist meist eine konstante Summe sinnvoller, bei Bedarf mit etwas höherer Anfangssumme, um die Inflation auszugleichen.

Laufzeit festlegen

Orientiere die Laufzeit an der Dauer deiner finanziellen Verpflichtungen, etwa bis das Darlehen abbezahlt ist oder die Kinder erwachsen sind. Viele wählen als Ende der Laufzeit das Renteneintrittsalter. Da die Beiträge mit steigendem Eintrittsalter zunehmen, lohnt sich ein früher Einstieg meist doppelt: niedrigere Beiträge und eine unkompliziertere Gesundheitsprüfung.

Wer erhält die Versicherungs­summe? Das Bezugsrecht

Im Vertrag legst du fest, wer im Todesfall die Versicherungssumme erhält, das sogenannte Bezugsrecht. Dabei unterscheidet man zwei Varianten:

● Widerrufliches Bezugsrecht: Du kannst die begünstigte Person jederzeit ändern, etwa nach einer Trennung oder wenn sich deine Lebenssituation ändert. Das ist die in der Praxis übliche und flexiblere Variante.

● Unwiderrufliches Bezugsrecht: Die Begünstigung ist fest vereinbart und lässt sich nur mit Zustimmung der begünstigten Person ändern. Das kommt zum Beispiel vor, wenn eine Bank als Sicherheit für einen Kredit im Vertrag hinterlegt ist.

Gerade nach einer Trennung, Heirat oder Scheidung lohnt sich ein Blick in den Vertrag: Ein veraltetes Bezugsrecht führt sonst dazu, dass die Versicherungssumme an die falsche Person geht.

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Die Kosten hängen von mehreren Faktoren ab, eine pauschale Antwort gibt es nicht. Diese Faktoren beeinflussen deinen Beitrag:

Versicherungssumme und Laufzeit: Je höher die Summe und je länger die Vertragsdauer, desto höher der Beitrag.

Alter und Gesundheitszustand beim Abschluss: Jüngere und gesündere Antragsteller zahlen in der Regel weniger.

Beruf und Hobbys: Gefährliche Berufe oder riskante Hobbys wie Klettern oder Extremsport können zu Beitragszuschlägen führen.

Raucherstatus: Raucher zahlen meist deutlich mehr als Nichtraucher.

Vertragsform: Eine verbundene RLV ist anfangs günstiger als zwei Einzelverträge, birgt aber das oben beschriebene Auszahlungsrisiko.

In manchen Fällen kann sich dein Beitrag im Laufe der Jahre sogar reduzieren, etwa nach dem Wechsel in einen risikoärmeren Beruf oder nach einem Jahr nachgewiesener Tabakabstinenz.

Zur steuerlichen Seite: Beiträge zur Risikolebensversicherung zählen grundsätzlich zu den Vorsorgeaufwendungen, wirken sich aber in der Praxis oft kaum steuermindernd aus, da der Sonderausgabenhöchstbetrag bei den meisten Angestellten und Selbstständigen bereits durch Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge ausgeschöpft ist.

Hinweis: Ob sich im Einzelfall dennoch ein steuerlicher Effekt ergibt, kann dir dein Steuerberater konkret beantworten. Ich berate zur Versicherung, nicht zur Steuer.

Wichtiger als der reine Preis ist ohnehin das Verhältnis von Beitrag und Leistung: eine unkomplizierte Regulierung im Leistungsfall und flexible Anpassungsmöglichkeiten sind oft mehr wert als ein paar Euro Ersparnis im Monat.

Gesundheits­prüfung und spätere Anpassungen

Beim Abschluss ist in der Regel eine Gesundheitsprüfung erforderlich. Du beantwortest Fragen zu Vorerkrankungen, Lebensstil und gefährlichen Aktivitäten wahrheitsgemäß. Die Antworten entscheiden über Annahme und Konditionen. Unvollständige oder falsche Angaben können im Todesfall dazu führen, dass die Versicherung die Leistung verweigert.

Viele Tarife bieten eine Nachversicherungsgarantie: Bei bestimmten Lebensereignissen, etwa Geburt oder Adoption eines Kindes, Heirat oder Immobilienkauf, lässt sich die Versicherungssumme ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Fehlt diese Option im Vertrag, ist eine Aufstockung meist trotzdem möglich, dann allerdings nur mit neuer Gesundheitsprüfung und zu den dann aktuellen Konditionen.

Kann man eine Risikolebens­versicherung kündigen oder wechseln?

Eine Kündigung ist grundsätzlich problemlos möglich, meist zum Ende des Versicherungsjahres mit einer Frist von einem Monat. Da es sich um eine reine Risikoversicherung handelt, gibt es dabei keine Auszahlung. Die eingezahlten Beiträge sind mit der Kündigung weg, und dein Versicherungsschutz endet ersatzlos.

Möchtest du zu einem günstigeren Anbieter wechseln, bedeutet ein Neuabschluss immer eine neue Gesundheitsprüfung;  dann bist du älter, was meist höhere Beiträge zur Folge hat. Bevor du kündigst, lohnt sich daher ein Blick darauf, ob sich der bestehende Vertrag stattdessen anpassen lässt, etwa durch eine reduzierte Versicherungssumme oder eine kürzere Laufzeit.

Fazit: Ist eine Risikolebens­versicherung sinnvoll?

Die „beste“ Risikolebensversicherung von der Stange gibt es nicht, zu unterschiedlich sind Beitragshöhe und Leistung der einzelnen Anbieter und zu unterschiedlich sind die Situationen von Familien, Paaren und Unternehmern. Entscheidend ist, dass Versicherungssumme, Laufzeit und Vertragsdetails zu deiner Lebenssituation passen.

Als Versicherungsmaklerin vergleiche ich für dich die Angebote verschiedener Anbieter ungebunden von einzelnen Gesellschaften und achte dabei nicht nur auf den Beitrag, sondern auch auf Bedingungen wie Nachversicherungsgarantie, Bezugsrecht und Regulierungsverhalten im Leistungsfall.

Wenn du herausfinden möchtest, welche Summe und Laufzeit zu deiner Situation passen, lass uns das gemeinsam in einem persönlichen Gespräch klären: unverbindlich und auf deine Situation zugeschnitten.

Fragen und Antworten

Eine Kapitallebensversicherung kombiniert den Todesfallschutz mit einem Sparvorgang: Du zahlst höhere Beiträge, bekommst dafür aber am Laufzeitende oder im Todesfall eine Auszahlung. Die Risikolebensversicherung dient dagegen ausschließlich dem Todesfallschutz, ohne Vermögensaufbau, dafür sind die Beiträge deutlich niedriger.

Die Beiträge zählen zu den Vorsorgeaufwendungen, wirken sich aber bei den meisten Steuerpflichtigen kaum aus, weil der Höchstbetrag für Sonderausgaben in der Regel bereits durch andere Vorsorgeaufwendungen ausgeschöpft ist. Eine verlässliche Einschätzung für deine Situation gibt dir dein Steuerberater.

Die Risikolebensversicherung springt nur im Todesfall ein, bei Berufsunfähigkeit zahlt sie nicht. Für diesen Fall ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung gedacht, die eine monatliche Rente zahlt, wenn du deinen Beruf krankheits- oder unfallbedingt nicht mehr ausüben kannst. Viele meiner Kundinnen und Kunden kombinieren beide Absicherungen, weil sie unterschiedliche Risiken abdecken.

Das hängt davon ab, wie dein Kredit abgesichert ist und wer im Ernstfall haftet. Details dazu findest du oben im Abschnitt zur Risikolebensversicherung für Selbstständige und Unternehmer. Bei Bedarf rechnen wir das gemeinsam für deinen Fall durch.

Je früher, desto besser: In jungen Jahren und bei guter Gesundheit bekommst du leichter hohe Summen versichert und zahlst niedrigere Beiträge. Sobald du finanzielle Verpflichtungen oder Angehörige hast, die du absichern möchtest, ist ein guter Zeitpunkt zum Handeln.

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